Projektbeschreibung

Ausbildung zur/ zum Deeskalationstrainer/in Gewalt & Rassismus

Aufgabe der Gewalt Akademie Villigst ist es, sich mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu verständigen, um möglichst mit allen Sinnen zu begreifen, zu erfahren und zu verstehen, was Sinn macht, Wert hat, als Regel taugt und deshalb für alle gelten soll und kann.

Dabei geht es darum, Methodenrepertoires, Thematisierungswege und konstruktive Konfliktlösungen zu entwickeln, zu erproben und zu realisieren. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen selber herausfinden können, was gut oder schlecht für sie ist, damit sie auf Gewalt und Rassismus als scheinbare Lösungsmittel nicht zurückgreifen müssen.

Ziel ist es, im Respekt vor dem Gewaltmonopol des Staates Wege der aktiven Gewaltlosigkeit zu entwickeln, zu beschreiten und zu verstetigen, auf jede Rechtfertigung von Gewalt und Rassismus zu verzichten und den Transfer in die Alltagswelt zu realisieren.

Die Mitglieder und Trainer_innen der Gewalt Akademie Villigst haben sich dazu verpflichtet, aktive Gewaltlosigkeit als handlungsleitendes Prinzip in ihren eigenen Alltag und in ihrer beruflichen Praxis andauernd zu reflektieren und zu praktizieren.

Erwartungen: Wir erwarten von den Teilnehmer_innen eine engagierte, mindestens vierjährige berufliche oder berufsadäquate Praxis und Erfahrungen in der Arbeit mit Menschen zu sozialen Themen.

Wir bieten eine erfahrungs- und praxisorientierte, ausbaufähige Ausbildung mit langfristiger Perspektive, solide Praxiserfahrungen mit kollegialen Reibungsprozessen und ein an den Fähigkeiten und Eigenarten der Teilnehmer/innen orientiertes Ausbildungsprogramm mit folgenden Schwerpunkten:

  • Erarbeitung von Grundwissen und Einschätzung eigener pädagogischer "Reichweiten"
  • Ausbildungs-, Übungs- und Trainingsphasen mit mind. 8 eintägigen Ausbildungsgruppentreffen (und autodidaktisch orientierten Lernprozessen in Regie der jeweiligen Gruppe) 
  • Beratung und Reflexion zur Entwicklung eines eigenen, soliden Methoden- und Praxisrepertoires und zur Erprobung und Realisierung eines eigenen, authentischen Trainingsprogramms.
  • Freiräume für Autodidakten und kollegiale Beratung zur Entwicklung einer eigenen (konfrontativer Kritik standhaltenden) Trainingskonzeption und -praxis.
  • Beratung und Begleitung auf dem Weg in die eigene Trainingsarbeit.
  • Vermittlung von Projekt- und Seminarpartner/innen aus den Bereichen Schule, präventiver Polizei- und Justizarbeit, Jugendhilfe und Bildungsarbeit
  • Zusammenarbeit mit verschiedenen Professionen (LehrerInnen, PolizistInnen, (Schul-) SozialarbeiterInnen).

Struktur der Ausbildung

1. Ausbildungs-, Übungs- und Trainingsphase mit mindestens  acht  eintägigen regionalen Gruppentreffen (und autodidaktisch orientierten Lernprozessen in Regie der jeweiligen Ausbildungsgruppe)
 
2. Eigene Studientage, kollegiale Beratung, Entwicklung und Reflexion einer eigenen Trainingskonzeption
 
3. Entwicklung und Realisierung eigener Deeskalationstrainings zu den Themenfeldern Gewalt, Rassismus, konstruktive Konfliktbearbeitung und Soziales Lernen.
 
4. Teilnahme an vier (zweitägigen) Lehrtrainings (verpflichtend / vier Bescheinigungen):

  • einem öffentlichen Deeskalationstraining der Gewalt Akademie Villigst (Grundseminar)
  • einem weiteren öffentlichen Training mit Lehrtrainer/innen der Gewalt Akademie Villigst
  • zwei weiteren themenbezogenen Trainings bei jeweils unterschiedlichen Partner-Trainingsinitiativen der Gewalt Akademie Villigst zur Horizonterweiterung

5. Entwicklung und schriftliche Fixierung einer eigenen, mindestens zweitägigen (8 UE/Tg) Trainingskonzeption in den Themenfeldern Gewalt, Rassismus,  konstruktive Konfliktbearbeitung oder Soziales Lernen.
 
6. Realisierung eines eigenen zweitägigen Trainings mit dokumentierter kollegialer Begleitung, Reflexion und Auswertung durch zwei Mentor/innen der Gewalt Akademie Villigst. Darüber hinaus geben wir die Empfehlung: Teilnahme als (aktive/r) Mentor/in an zwei Trainings anderer Ausbildungsteilnehmender, Moderator/innen oder Lehrtrainer/innen (sog. Huckepackverfahren).
 
7. Zertifizierungsfeier  
Reflexion der Ausbildung, Zertifizierung zu Trainer/ -innen und Einführung der neuen Teilnehmer/ -innen in das nächste Ausbildungsvorhaben
 
8. Entwicklung und schriftliche Fixierung der eigenen Vorstellung (Selbstdarstellung) im Verzeichnis und auf der Homepage der Trainer/innen der Gewalt Akademie Villigst (optional): www.gewaltakademie.de.

Erläuterungen:
1. Moderator/innen sind Mitglieder eines regionalen Ausbildungsteams und begleiten ständig eine regionale Ausbildungsgruppe
2. Lehrtrainer/innen sind von der Gewalt Akademie Villigst zertifiziert und beauftragt, regionale Ausbildungsgruppen der Gewalt Akademie Villigst zu entwickeln, zu organisieren und zu leiten.